Orchesterworkshop 2018 | Blasorchester Greifswald e.V.
16111
post-template-default,single,single-post,postid-16111,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-7.8,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.5,vc_responsive

11 Apr Orchesterworkshop 2018

Blasorchester absolviert Intensiv-Workshop

Vorbereitung auf das Frühlingskonzert in der Klosterscheune

Am vergangenen Wochenende ging es in der Jugendherberge in Burg Stargrad sehr musikalisch zu. Circa 40 Musikerinnen und Musiker des Blasorchester Greifswald e.V. probten von morgens bis spät abends auf ihren Saxophonen, Klarinetten, Trompeten und Percussion Instrumenten. Es gab nur ein Ziel: „Falsche Töne zu finden und in die richtige Tonlage zu befördern“. Denn bis Samstag, den 21. April 2018 müssen alle Töne sitzen. Dann werden beim Frühlingskonzert des Blasorchesters alle Augen und Ohren auf die Hobbymusiker gerichtet sein, um gleich zwei Premieren in der Konzertscheune neben der Klosterruine Eldena zu erleben.

Auch dieses Jahr gab es traditionell eine Gute-Nacht-Geschichte am 1. Abend des Orchesterworkshops. Dieses Jahr wurde sie von Isabell und Michael Sieg geschrieben und kann hier auch nachgelesen werden:

Per aspera ad astra … oder Mit Musik zu den Sternen

„Der Weltraum – unendliche Weiten …“

Wer hat nicht schon einmal in einer abgelegen Gegend nachts zum Himmel emporgesehen und sich gefragt, welche fernen Welten sich dort draußen wohl verbergen mögen. Auch einige Musiker von der Ostsee, die immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und musikalischen Entdeckungen sind, dachten darüber nach.

Beim Einstudieren von Konzertstücken wie „Die Planeten“ und „Aurora Borealis“ kamen sie auf die Idee, es dem Sonnenwind gleich zu tun und beschlossen, mit sphärischen Klängen den interplanetaren Raum zu bereisen. Möglicherweise würden sie dort draußen sogar eine sehnsüchtig erwartete neue Heimstatt finden, an der sie zukünftig ihre Proben abhalten könnten?

Große Vorhaben lassen sich nur in Gemeinschaft bewältigen, wie sie bereits bei zahlreichen Konzertauftritten und -reisen bewiesen hatten.

Eine bislang noch nicht erprobte Verbindung aus Naturwissenschaften mit Kunst bzw. akustischen Schwingungen mit Emotionen sollte den Erfolg bringen.

Unter der visionären Projektleitung von Peter sowie mit Hilfe von Anne, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit, sowie Torsten, dem Beauftragten für die Beschaffung von Risikokapital, wurde eine mutige Mannschaft zusammengestellt. Alle, die an der Konstruktion arbeiten und mitreisen wollten, trugen sich frühzeitig in den Vereinsorganisator ein. Ein Raumschiff wurde gebaut, und dank zahlreicher geschickter Helfer, wie Ulf, Jan und Stefan, konnte manches unerwartete technische Problem gelöst werden. Zahlreiche Tests wurden „Mit Elan“ durchgeführt.

Am großen Tag der endgültigen Fertigstellung ging die gesamte Besatzung in Peenemünde, der Wiege der Raumfahrt auf der Insel Usedom, an Bord, um Geschichte zu schreiben. Der Kommandant, Generalmusikdirektor Klaus Listemann, nahm am Steuerpult Platz. Assistiert wurde ihm von Arne, dem Ersten Offizier der sogenannten Kleinen Besatzung. Die Kleine Besatzung rekrutierte sich aus der Gesamtmannschaft und war für das wendige Beiboot des Sternenkreuzers verantwortlich. Neben ihnen befanden sich die Navigationsbeiräte Julia, Dörte und Uta.

Am Rande des Flugfeldes, in sicherer Entfernung, standen winkend – während der Countdown aus Lautsprechern herunter gezählt wurde – Familienangehörige, Freunde, Gönner und Gründungsmitglieder des Blasorchesters, z. B. Joachim Krull, Frau Frank, Ruth und Manfred Fischer. Sie bestaunten und filmten den spektakulären Startvorgang des gigantischen Raumschiffes. Die Spannung wuchs, bis die Zahl „Null!“ zu hören war.

Die Triebwerke zündeten grollend, gleich mächtigen Posaunenfanfaren. Im Inneren des Schiffs begann die Elektronik des Steuerungssystems zu zirpen und zu trillern wie ein ganzes Register aus Klarinetten und Querflöten. Der Kommandant, Captain Listemann, drehte sich zur Seite und nahm leicht schmunzelnd zur Kenntnis, dass Arne es nicht hatte abwarten können und den Start enthusiastisch mit seiner „Zauberflöte“ begleitete. Usedom in der Ostsee wurde unter dem Schiff rasch kleiner, langsam wurde die Erdkrümmung sichtbar und das Blau des Himmels wich der tiefen Schwärze des Weltraums.

Nachdem der Raumer den Orbit verlassen hatte, wurden die chemischen Triebwerke abgeschaltet, das Dröhnen verstummte. In dieser – der interplanetaren – Flugphase sollte die Weiterreise mit der reinen Kraft der Musik erfolgen.

Der Wissenschaftsoffizier „Doc“ Michael hatte einen Transmitter entwickelt, der die Kraft der Musik in einen Deflektorschild am hinteren Ende des Schiffes leiten konnte. Für jede Geschwindigkeit wurde ein anderes Musikstück benötigt, z. B. zur Beschleunigung ein zackiger Marsch, wie „Alte Kameraden“, oder – für ein entspanntes Dahingleiten – eine melodische Polka. Für schnelle Ausweichmanöver, etwa bei Asteroiden auf Kollisionskurs, waren lateinamerikanische Rhythmen vorgesehen, unter anderem „Conga del Fuego Nuevo“. Alle Musiker nahmen mit ihren Instrumenten die vorgeschriebenen Positionen ein, und Klaus Listemann gab mit dem Taktstock das Zeichen. Ein musikalisches Energiefeld wurde aufgebaut: Die Schlagzeuger Göran, Marvin, Thorsten und Robert versetzten den Warpkern in ein pulsierendes Wummern. Das Trompetenregister Gunter, Anne, Adrian, Alina, Anja, Paul, Lydia und Magdalena versorgten mit Fanfarenstößen die Steuerdüsen. Die Posaunisten Johannes und Tobias, der Tenorhornist Konrad, der Baritonbläser Dirk, der Euphoniumspieler Constantin sowie die Tubisten Torsten und Mö-Ti und auch der Bassist Andreas stellten mit ihrem sonoren Klangteppich die Grundenergieversorgung des Schiffes bereit.

Hannes, Malte, Julia, Meike, Maria und Sophie speisten als Wald- und Flügelhornspieler mit weichen Klängen das Lebenserhaltungssystem und sorgten somit für das Wohlbefinden der Mannschaft.

Auf ihrem Weg wurden Kometen bestaunt, die Sterne und Galaxien strahlten in einem auf der Erde nicht sichtbaren Glanz. Während alle ihr bestes gaben, wurde das Ziel, der Rote Planet, auf dem Sichtschirm langsam größer. Bald waren schroffe Gebirgszüge und weite Tiefebenen erkennbar, und der Raumer trat in eine Umlaufbahn ein.

Die Klarinettisten Bella, Micha, Björn, Clara, Daniela, Laura, Charlotte, Seppel, Annalena, Saskia und Dörte erzeugten mit rasend schnellen Ges-Dur-Läufen einen hochfrequenten Taststrahl, um einen geeigneten Landeplatz auf der Planetenoberfläche ausfindig zu machen – Hannes brachte kleine, unerwartete Modulationen hervor und hatte sichtlich seinen Spaß dabei. Nach einem warnenden Blick des Kommandanten konzentrierten sich alle auf die Landung.

Nachdem der Flugkörper roten Staub aufgewirbelt und weich aufgesetzt hatte, überließ die Besatzung ihn den elektronischen Überwachungssystemen, öffnete die Ausstiegsschleuse und begab sich vollzählig und gespannt auf die erste Expedition, um diesen fremdartigen Planeten zu erkunden. Noch nie zuvor war er von Menschen betreten worden.

Die metallenen Querflöten wurden von Arne, Dörte, Wiebke, Nele, Agnès, Jennifer, Janne und Aileen „Mit Spiel voran“ getragen. An einigen Stellen des Geländes schlugen sie aus und zeigten – wie Wünschelruten – seltene Wasservorkommen im Untergrund an, die dem Orchester das künftige Überleben sichern konnten. Als erstes Erkundungsziel wurde eine wenige Kilometer entfernte, niedrige Bergkette mit zerklüfteten Tälern festgelegt.

Nach gut zwei Stunden erreichte das musikalische Expeditionscorps einen geheimnisvoll wirkenden Platz, der von weitem einer aus Felsformationen gebildeten Konzertmuschel ähnelte und sich als Höhleneingang herausstellte. Im akustischen Brennpunkt angekommen, wurden unsere Entdecker von einem unwiderstehlichen Drang zu musizieren erfaßt. Vorausschauenderweise waren die Noten des neu einstudierten lateinamerikanischen Repertoires mit in die Kisten der Expeditionsausrüstung gepackt worden. Besonders die Saxophonisten Josephine, Meike, Peter, Uta, Natalie und Henry konnten es kaum abwarten. Die außergewöhnliche Akustik dieses Ortes ließ die Musik so hinreißend klingen, wie nie zuvor, alle Musiker steigerten sich zu immer neuen Höchstleistungen.

Die Oboistin Mari bemerkte in einem Takt Pause, aus den Augenwinkeln, ein merkwürdiges kurzes grünes Leuchten, dachte sich aber zunächst nichts dabei. Nach einiger Zeit tauchte es an einer anderen Stelle des Höhleninneren erneut auf. Immer mehr Orchestermitglieder wurden darauf aufmerksam und stellten zu ihrem Entsetzen fest: Dieses Funkeln wurde von fremdartigen Augenpaaren verursacht, die sich, von der Musik angelockt, aus dem noch nicht erforschten Teil der Konzerthöhle immer dichter heranwagten. Bald waren die Greifswalder Musiker von zahlreichen Marsbewohnern umringt, welche die Erdlinge anstarrten. Diese behielten die Nerven, und nachdem das Stück verklungen war, stieß der Größte der Außerirdischen gutturale Laute aus. Obwohl sich die Menschen deutlich in der Unterzahl befanden, hielten die Wesen noch Abstand. Natürlich war keine sprachliche Verständigung möglich.

Noch während sich die Orchestermitglieder ratlos ansahen, gab der Marsianer-Häuptling seinen Leuten einen Wink, woraufhin zahlreiche ungewöhnlich geformte Gegenstände herbeigeschafft wurden. Der Häuptling begann mit seinen langen, grünen Tentakeln Bewegungen, die den Besuchern von der Erde irgendwie vertraut vorkamen. Daraufhin begannen die Marsianer, seltsame und fremdartige, aber dennoch berührende Klänge zu erzeugen. Einige dieser offensichtlichen Instrumente klangen äußerst ungewohnt, andere hingegen seltsam vertraut. Mache wurden geschüttelt und geklopft wie Schlaginstrumente, andere wurden an die Mundöffnung gesetzt und mit den vier Armen bedient. Klaus Listemann und seine Mannschaft starrten sich sprachlos an – auch hier gab es Musik!

Erstaunlicherweise ließ sich aus der Aufführung der Außerirdischen die Titelmelodie von „Star Trek“ erahnen.

War bereits vor uns jemand hier gewesen!? Das würden wir wohl – wenn überhaupt – erst in einer fernen Zukunft erfahren.

Nachdem auf diese musikalische Art die friedlichen Absichten kundgetan waren, deuteten die Marsbewohner auf den Ausgang der Konzerthöhle und führten die Greifswalder durch die zerklüftete Tharsis-Region auf einen gewaltigen Berg. Es war der erloschene Vulkan „Olympus Mons“ – der höchste bekannte Berg des gesamten Sonnensystems. Auf seinem Gipfel befanden sich tausende weitere Marsbewohner, die ein großes Musikfest feierten. Die irdischen Musiker wurden ehrenhaft aufgenommen. Den Höhepunkt bildete ein gemeinsames Konzert mit den Stücken „Valerius Variations“ und „Aurora Borealis“, dessen sphärische Klänge in den abendlichen Marshimmel aufstiegen, an dem die beiden Monde Phobos und Deimos leuchteten.

Die Energie dieser wunderbaren Musik überwand den in

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

X